Alzheimer Medikamente: Wo steht die Forschung

Über viele Jahre gab es keine positiven Erfolgsmeldungen zum Thema Medikamente gegen Alzheimer. Dieser Zustand hat sich jetzt geändert. Gleich drei Dutzend Wirkstoffe stehen jetzt zu Testzwecken an Menschen Bereit. Die Hoffnung der Forscher und Patienten ist sehr groß, dass endlich ein Medikament gefunden wird, wodurch Alzheimer gebremst oder sogar gestoppt werden kann. Schon seit längerem läuft die Alzheimerforschung auf Hochtouren.

Bisher konnten noch keine nennenswerten Erfolge erzielt werden. Bis heute ist noch keine Therapie und kein Medikament bekannt, dass den Verfall des Gehirns verlangsamen oder aufhalten kann.

Folgendes Video zeigt den aktuellen Forschungsstand bzgl. der Krankheit Alzheimer. Sehr interessanter Überblick von Dr. med. Ulrich Werth:

Erfolge bei der Suche nach einem Medikament gegen Alzheimer

In den nächsten fünf Jahren sollen bis zu 35 neue Wirkstoffe gegen Alzheimer getestet werden. 27 Medikamente stehen bereits jetzt für klinische Studien zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um den großen Test kurz vor der Zulassung. Vertreter der Organisation „USAgainstAlzheimer“ sprachen auf der Alzheimer´s Association International Conference (AAIC) in London über die Medikamente der Pipeline. Der Vorsitzende des Zusammenschlusses der internationalen Alzheimerforschung George Vradenburg, gab bekannt, dass nach all den vielen Fehlschlägen und fehlenden Investitionen, jetzt die Zeit für den großen Sieg gekommen ist.

Viele Forscher gegen Alzheimer Demenz sind heute nur sehr vorsichtig optimistisch, da es viele Rückschläge bei der Entwicklung der unterschiedlichsten Medikamente gegeben hat. Aktuell leiden rund 1,3 Millionen Menschen unter Alzheimer und hoffe, dass es schon bald ein Heilmittel gibt.

27 Chancen auf eine Zulassung

Ein Grund für die plötzlich hohe Anzahl an Arzneimittel Ansätzen ist in der modernen Bildgebung zu finden. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Entwicklung von Alzheimer an Patienten zu beobachten. Noch vor Jahren war das nur mit Gehirnen von verstorbenen Patienten möglich. Die moderne Technik bietet den Vorteil, dass in der heutigen Zeit Forscher die unterschiedlichsten Erkenntnisse über die Entstehung und den Fortgang von Alzheimer gewinnen konnten.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Studienphase für die 27 Alzheimer Wirkstoffen noch in diesem Jahr beginnt. Weitere 8 Medikamente stehen ebenfalls kurz vor der Phase II der klinischen Studien. Der Wirkstoff wurde erstmals an einer kleinen Anzahl an Patienten verabreicht, damit die Nebenwirkung beobachtet und die Dosierung festgestellt werden kann.

Unterschiedliche Wirk Strategien

Die Hälfte der neuen Wirkstoffe setzt an den Eiweiß Ablagerungen an, die sich bei Alzheimer Patienten im Gehirn ansammeln. Diese Eiweiß Ablagerungen sind eine Ursache dafür, dass ein fortschreitendes Absterben der Hirnzellen stattfindet. Damit die Verklumpung der Proteine verhindert wird, werden Antikörper als Wirkstoffe erprobt.

Die restlichen Wirkstoffe sind dafür bestimmt, um bestimmte Neurotransmitter zu beeinflussen. Gleichzeitig wird das Wachstum von neuen Neuronen und Nerven Verknüpfungen angeregt. In einigen Studien werden auch Stammzellen für die Förderung des Hirnwachstums getestet.

Seit 2002 das erste Medikament gegen Alzheimer

An eine Wunderwaffe gegen Alzheimer glauben Wissenschaftler nicht. Am Ende der Testphase wird sich aber möglicherweise eine Kombi Therapie als vorteilhaft erweisen. Wenn einer der getesteten Wirkstoffe erste Erfolge Zeit, dann handelt es sich dabei um das erste Alzheimer Medikament. Seit 2002 hat es in Europa keine neuen Zulassungen mehr für Alzheimer Medikamente gegeben. Auch in den USA wurden seit 2003 keine neuen Medikamente zugelassen.

In den letzten Jahren haben alle getesteten Wirkstoffe nicht zu einem gewünschten Erfolg geführt. Dabei hat die Entwicklung der Alzheimer Medikamente bei den Pharmaunternehmen eine hohe Priorität. 2014 fand eine publizierte Untersuchung über die zwischen 2002 und 2012 getesteten Medikamente statt. Die Misserfolgsquote der Medikamente lag bei 99,6%. In anderen Bereichen kommt es bei einer klinischen Erprobung von Medikamenten zu einer Misserfolgsquote von 88%.

Auch wenn die Bilanz sehr ernüchternd ist, werden immer noch Alzheimer Medikamente in vielen klinischen Studien erprobt. Viele Studien erfolgen unter Beteiligung von deutschen Kliniken. Eine sehr wichtige Erkenntnis ist, dass es bei der Behandlung von Alzheimer vor allem darauf ankommt, dass die Behandlung frühzeitig begonnen wird. Nur dann ist es möglich, dass die Wirkstoffe erfolgreich in das Krankheitsgeschehen eingreifen können.