Die Top 10 wichtigsten Medikamenten-Entwicklungen der Geschichte

Die Erfindung von Medikamenten hat die Behandlung von Krankheiten enorm erfolgreich gemacht und hatte nachhaltigen Einfluss auf die menschliche Gesellschaft. Von der Verringerung der Säuglingssterblichkeit bis zur Erhöhung der Lebenserwartung wurde die Erfindung von Medikamenten zum Motor für die Zivilisation, wie wir sie heute kennen. Ohne die Entdeckung von Medikamenten, wie Penicilin, Insulin, Aspirin oder Morphium wären Kranke in enormer Zahl an ihren Erkrankungen gestorben. Die Zivilisation der Menschen hätte sich nicht in der Anzahl der Individuen entwickeln können, wie wir sie heute kennen. Die bedeutendsten Medikamente sollen hier in Form einer Top 10 Liste vorgestellt werden.

1. Penicilin

Als erstes Antibiotikum für die Behandlung von bakteriellen Krankheiten hat Penicilin nach seiner Entdeckung die Tür zu einem modernen Zweig der Medizin geöffnet. Infektionserkrankungen und Seuchen, die vor der Entdeckung des Penicilin bei Erkrankten massenhaft zum Tode führten, konnten mit dem Medikament geheilt werden. Mit Hilfe von Penicilin konnten die Erreger von Krankheiten, wie Typhus, Ruhr, Pest und Cholera derart zurückgedrängt werden, dass sie heute in den modernen westlichen Ländern als ausgerottet gelten. Die Wirksamkeit von Penilin bei der behandlung von bakteriellen Erkrankungen ist bis heute unverändert. Das Medikament tötet die Krankheitserreger ab und rettete Millionen Menschen das Leben.

2. Insulin

Den modernen Forschungen zufolge gilt Insulin als das erste künstliche Hormon in der Geschichte der Medizin.
Es wurde im Rahmen der Forschungen für die Behandlung von Diabetes entdeckt und wird überwiegend für die Diabetes Behandlung eingesetzt. Mit Insulin wird die sogenannte Zuckerkrankheit, die früher mit dem Tod des Patienten endete, zur behandelbaren Krankheit. Insulin ermöglicht Millionen Patienten weltweit ein menschenwürdiges Leben trotz der Erkrankung. Die Insulin Therapie gilt als Urvater aller Hormon Ersatztherapien. Für die Herstellung von Insulin sind überall in der Welt industrielle Produktionsstätten entstanden, die zur Entstehung der Pharmaindustrie beigetragen haben.

3. Polio Impfmittel

Die Krankheit Polio -bekannt als die sogenannte Kinderlähmung- war vor der Entdeckung des Polio Impfstoffes unheilbar.
Behimderungen und Lähmungen durch die Infektion mit dem Polio Erreger führten zu unheilbaren Lähmungen bei den infizierten Patienten. Die massenhafte Schluckimpung, die Kindern verabreicht wird, hat dazu geführt, dass die Kinderlähmung ebenso wie andere Infektionskrankheiten in entwickelten Ländern mit einem modernen Gesundheitswesen nicht mehr existiert. Der Polio Impfstoff gehört zu den wichtigsten Medikamenten der Welt.

4. Morphium

Im Unterschied zu anderen Medikamenten wurde das Morphium nicht für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten eingesetzt.
Das Narkosemittel ermöglichte erstmals, Operationen an Menschen durchzuführen, ohne den Patienten unerträgliche Schmerzen zuzufügen. Die Entdeckung des Morphiums als Narkosemittel führt zu einer Revolution in der Chirurgie. Die Schmerzen, die durch Amputationen oder Unterleibsoperationen verursacht wurden, gehörten nach der Entdeckung von medizinischem Morphium als Betäubungsmittel der Vergangenheit an. Das ermöglichte Operationsmethoden in der Chirurgie, die zuvor undenkbar waren. Bei Operationen und bei der Behandlung von krankheitsbedingten Schmerzen ist Morphium und die Folgemedikamente des Morphium das Schlüsselmedikament.

5. Aspirin

Aspirin ist den meisten Patienten als wirksames Mittel gegen Kopfschmerzen bekannt. Die Anwendungsmöglichkeiten von Aspirin gehen jedoch enorm über die Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne hinaus. Aspirin wirkt entzündungshemmend und wird bei der Behandlung eineiger Krebsarten eingesetzt. Millionen Menschen weltweit bekämpfen krankheitsbedingte Schmerzen, wie zum Beispiel Arthritis, Muskelschmerz oder Entzündungsschmerzen mit Aspirin. Das mehr als 100 Jahre alte Medikament wird bis heute millionenfach in der Schmerzbehandlung eingesetzt.

Ihr interessiert euch für die Medizingeschichte von Aspririn? Dann lest doch mal im passenden Artikel dazu rein.

6. Salvarsan

Salvarsan ist eine Arsenverbindung, die 1912 im Labor von Paul Ehrlich entdeckt wurde. Der Chemiker Alfred Bertheim synthetisierte das Präparat als Mitarbeiter im wissenschaftlichen Labor des Chemikers Ehrlich. Das Medikament tötete den Erreger der Syphilis. Mit Salvarsan wurde erstmals ein wirksames Medikament gegen die gefährliche Infektionskrankheit entwickelt. Die Entwicklung von antimikrobiell wirkenden Medikamenten erreichte mit Salvarsan einen revolutionären Durchbruch. Die Firma Hoechst produzierte das Medikament Salvarsan unmittelbar nach seiner Entdeckung und exportierte es mit Handels-U-Booten in die USA.

7. Psychopharmaka

Psychopharmaka wirken verändernd auf die Nervenbahnen und die menschliche Psyche. Nach der empirischen Entdeckung von Wirkstoffen auf die Psyche wurde die Forschung zielgerichtet auf die Behandlung von psychischen Störungen ausgerichtet. Die Medizin kennt inzwischen etwa 120 Wirkstoffe mit variierenden Auswirkungen auf eine krankhaft veränderte menschliche Psyche. Die Palette der Wirkstoffe reicht von Antidressiva zur Behandlung von Depressionen über Anxiolytica für die Behandlung von krankhaften Angstzuständen bis zu Psychostimulanzen zur Verbesserung der Aufmerksamkeit und Stimulation. Als Grundstein der heutigen Psychopharmaka Therapie gilt das Chlorpromazin, auch Thorazin genannt.

8. Antibabypillen

Das Medikament zur Verhütung von Schwangerschaft wurde erstmals 1960 massenhaft in den Industrienationen eingesetzt. Varierende Zusammensetzungen aus Hormonen und Östrogenen sorgten für eine Unterbindung von Schwangerschaften. Die Einführung des als „Die Pille“ bekannten Medikamentes führte zu nachhaltgen Auswirkungen auf die Kultur und auf gesellschaftliche Entwicklungen. Das Thema Gleichberechtigung der Frauen, sexuelle Selbstbestimmung und Selbstbestimmung wurde durch die Antibabypille maßgeblich beeinflusst.

9. Bluthochdruckmittel

Der krankhafte Bluthochdruck ist in den westlichen Industrieländern mit 10% bis 50% Anteil von Erkrankten an der Gesamtbevölkerung vertreten. Die arterielle Hypertonie entsteht durch Fehlernährung, Suchtmittel, körperliche und psychische Überbelastung und genetische Veranlagung. Sie tritt als Ursache oder in Kombination mit Stoffwechsel- Erkrankungen oder psychischen Erkrankungen auf. Das Schlaganfall Risoko bei Menschen mit artieller Hypertonie ist enorm. Die Entwicklung von medizinischen Medikamenten für die Behandlung des Bluthochdruckes hat die Ausbreitung der Erkrankung und ihrer Folgeerkrankungen maßgeblich zurückgedrängt.

10. Ritalin

Das Methylphenidat, Handelsname Ritalin, wurde 1944 durch den Pharmazie Angestellten Leandro Panizzon synthesiert. Er testete das Präparat gemeinsam mit seiner Frau Marguerte, genannt Rita, im Selbstversuch. Das Präparat steigert kurzfristig die mentale und körperliche Leistungsfähigkeit. Es unterbindet Müdigkeit und Hemmungen. Das Aufmerksamkeits – Defizit -Syndrom bei Kindern und Jugendlichen wird heute massenhaft mit dem Medikament Ritalin erfolgreich behandelt.

Die Top 5 aufstrebenden Innovationen in der Pharmaindustrie

Die Top 5 kommenden Innovationen für den Pharmamarkt

Da Biologie und Technologie immer enger miteinander verflochten sind, ergeben sich daraus neue Möglichkeiten zur Verbesserung in der Gesundheitsversorgung mit Hilfe der Nutzung innovativer digitaler Technologien.

Hier bekommen Sie einen kleinen Einblick in fünf der großen Fortschritte, die Innovationen in pharmazeutischen Unternehmen aus dem Bereich der digitalen Gesundheitstechniken: die Präzisionsmedizin, mHealth Sensoren, 3D Druck, Nanotechnologie und künstliche Intelligenz.

1. Die Präzisionsmedizin – Der Ansatz klinische und molekulare Informationen zu nutzen um Krankheiten zu verstehen.

Diese Information können durch Umwandeln von DNA in Daten erhalten werden. Diesen Prozess nennt man Genomsequenzierung. Forscher verwenden die gewonnen Daten, um spezifische Genabnormalitäten oder Biomarker zu identifizieren, um zu verstehen, für welche Patienten ein Medikament am wirksamsten ist und bei welchen Personen wahrscheinlich schwere Nebenwirkungen zu erwarten sind. Dies kann bei der Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien hilfreich sein und zur Umwidmung bestehender Medikamente führen.

Gezielte Therapien werden dadurch auf die genetische Zusammensetzung er einzelnen Patienten zugeschnitten, dafür sind genomische Tests erforderlich, damit die wirksamste Therapie vor einer Verabreichung zu ermitteln. Dieses Verständnis der Beziehung zwischen einem Medikament und den Genen eines Individuums erlaubt es Ärzten, das richtige Medikament für den einzelnen Patienten in der richtigen Dosis gleich beim ersten Mal zu verabreichen – was zu besseren Ergebnissen und zu reduzierten Nebenwirkungen führt.

2. mHealth Sensoren – Breit gefächerte Datensammlung mit mHealth Apps

Pharmaforschungsinstitute nutzen die mHealth-Technologie für ihre klinische Forschung. Smartphones sind mit leistungsstarken Prozessoren und fortschrittlichen Sensoren versehen, welche Bewegungen verfolgen, messen, die Informationen aufzeichnen. In Post-Market-Studien ermöglicht es den Menschen, leichter an den Studien teilzunehmen. Je mehr Menschen ihre Daten beisteuern, desto größer und wahrscheinlicher ist die Repräsentation der Bevölkerung und umso leistungsfähiger sind die Ergebnisse. Eine mHealth-App kann, eine noch nie erfasste Anzahl von Einzelpersonen in ausgedehnten geografischen Gebieten sammeln. Apple hat derzeit mehrere mHealth-Apps für klinische Forschung auf dem iPhone entwickelt, darunter sind Apps für Parkinson-Krankheit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Brustkrebs.
mHealth-Sensoren sind nicht nur auf Smartphones beschränkt. Auch tragbare Geräte wie Smartwatches (z. B. Apple Watch, Samsung Gear) und Fitnessbänder (z. B. FitBit, Jawbone, Garmin) enthalten Beschleunigungsmesser und GPS (Global Positioning) sowie Sensoren, die biometrische Messwerte erfassen können.

3. 3d Drucken

Vor kurzem wurde das Epilepsie-Medikament Spritam auf den Markt gebracht: Das erste 3D-gedruckte Medikament, das von der FDA zugelassen wurde. Der Hersteller des Arzneimittels, Aprecia Pharmaceuticals, sagt, dass es die orale Medikation durch einen dreidimensionalen Druckprozess macht, der die Pille durch Verteilen von Schichten des Arzneimittels übereinander aufbaut, bis die richtige Dosis erreicht ist.
Forscher an der Fakultät für Pharmazie des University College London haben eine Technik entwickelt, um Pillen in verschiedenen Formen, von Pyramiden bis hin zu Donuts, in 3D-Druck zu drucken, wobei eine Technik verwendet wird, die als „Hot-Melt-Extrusion“ bekannt ist. Die verschiedenen Formen (die mit Standard-Produktionstechniken schwer herzustellen wären) setzen Arzneimittel mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten frei – ihre Forschung stellt fest, dass die Geschwindigkeit der Arzneimittelfreisetzung nicht von der Oberfläche, sondern vom Verhältnis von Oberfläche zu Volumen abhängt.

4. Nanotechnologie

Nanotechnologie bezieht sich auf mikroskopische Technologie, die im Maßstab zwischen 1 und 100 Nanometer liegt (ein Zeitungsblatt ist etwa 100.000 Nanometer dick). Nanopartikel können aufgrund ihrer mikroskopischen Größe leicht im Blutkreislauf um den menschlichen Körper wandern. Nanopartikel bestehen normalerweise aus Nanomaschinen auf biologischer Basis oder aus einfachen Material-Nanostrukturen, von denen bereits gezeigt wurde, dass sie die Abgabe von Antikrebsmitteln unterstützen und die Toxizität verringern.
Medizinische Forscher untersuchen auch das Potenzial, mikroskopische Roboter namens Nanobots zu verwenden, die vorprogrammiert werden können, um Aufgaben im menschlichen Körper auszuführen. Nonobots, die in Form einer Pille oder Injektion verzehrt werden, könnten sogar Krebszellen aufsuchen und zerstören oder intern chirurgische Eingriffe vornehmen.

5. Künstliche Intelligenz

Computer mit Lernfähigkeiten wie IBM Watson sind in der Lage, Millionen von Seiten wissenschaftlicher Literatur und Daten zu verdauen und zu interpretieren, um Pharmaunternehmen bei der Entwicklung neuer Arzneimittel und der Umnutzung bestehender Arzneimittel zu unterstützen. Watson hat die Fähigkeit bewiesen, bisher unbekannte Verbindungen zwischen Krankheiten zu entdecken, und wenn es fortfährt zu lernen, kann es seine Empfehlungen basierend auf neuen Informationen modifizieren.
Forscher und Wissenschaftler in großen Pharmaunternehmen haben bereits begonnen, Watson bei der Forschung und Entwicklung zu unterstützen.
Fazit:
Die fünf innovativen Fortschritte auf dem Gebiet der Medizin erlauben es den Wissenschaftlern, auf den einzelnen gut angepasste Therapien zu entwickeln die für den einzelnen Patienten möglicht geringe Nebenwirkungen und möglichst optimale Wirkung zu erzielen. Darüber können auch Erbkrankheiten besser erkannt und behandelt werden.