Die Geschichte des Medikaments Viagra

Viagra – ein Zufallsfund?!

Viagra ist ein Medikament, dass als Potenzmittel eingesetzt wird. Das Medikament ist unter dem Namen Viagra 1998 bekannt geworden und wird von dem Pharmaunternehmen Pfizer vertrieben. Der Wirkstoff zur Behandlung erektiler Dysfunktion ist Sildenafil. Sildenafil wurde ursprünglich zur Behandlung von koronaren Erkrankungen wie beispielsweise Angina pectoris hergestellt. Die Wirkung als Potenzmittel war nicht geplant.

Eine Nebenwirkung mit ungeahnten Folgen
Der Wirkstoff Sildenafil wurde zunächst zur Behandlung von koronaren Erkrankungen (Herzkrankheiten) entwickelt. Sildenafil soll die Muskulatur des Herzens entspannen und Beschwerden, die durch Angina pectoris hervorgerufen werden, lindern. Der Wirkstoff wurde von Probanden getestet und zeigte eine ungewöhnliche Nebenwirkung. Sildenafil verbesserte offenbar die Fähigkeit zur Erektion, was es weiter zu testen galt. Der Wirkstoff wurde vom Pharmaunternehmen Pfizer daraufhin für eine neue Studie zur Anwendung bei erektiler Dysfunktion eingesetzt. Die Studie wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt und brachte erstaunliche Ergebnisse. Die Studie wurde mit 3.000 Probanden durchgeführt und zeigte eine signifikante Verbesserung der erektilen Dysfunktion. Im März 1998 wurde die Zulassung für Sildenafil unter dem Markennamen Viagra von Pfizer gegeben. Viagra ist verschreibungspflichtig und wurde zunächst in den USA sowie in Europa vermarktet.

 

Erektile Dysfunktion – weltweite Erkrankung
Es leiden ca. 140 bis 150 Millionen Männer weltweit unter erektiler Dysfunktion. In Deutschland sind ungefähr 6 bis 8 Millionen Männer betroffen. Das Pharmaunternehmen konnte sich mit dem Originalpräparat einen großen Markt sichern. Die Präparate zur Behandlung erektiler Dysfunktionen bringen einen durchschnittlichen Umsatz von ca. 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Pfizer gehört mittlerweile zu einem der größten Pharmaunternehmen und hat über 2,5 Milliarden Viagra-Pillen verkauft. Viagra ist eines der meist verkauften Phosphodiesterase-5-Hemmer.

Generika gegen Original-Viagra
Medikamente, sofern ein Patent angemeldet wurde, stehen unter Patentschutz. Nach einer gewissen Zeit läuft der Patentschutz aus und andere Hersteller können sogenannte Generika herstellen und vermarkten. Generika sind Präparate, die den gleichen Wirkstoff wie das Original haben und häufig günstiger angeboten werden. Grund für die günstigeren Medikamentenpreise ist, dass nur der Herstellungsprozess in den Preis eingerechnet werden muss und nicht die Kosten, die das Originalpräparat in Herstellung sowie Zulassung gekostet hat. Die Generika mit Sildenafil-Wirkstoff sind genau wie das Originalpräparat verschreibungspflichtig. Ein Beispiel für ein Sildenafil-Generika ist das Präparat des Herstellers Stada. Dieser brachte 2003 das Präparat auf den Markt.

Rezeptpflichtige Präparate
Viagra sowie die Generika mit Sildenafil-Wirkstoff sind rezeptpflichtig und dürfen nur nach Vorlage eines ärztlichen Rezeptes ausgehändigt werden. Das gilt auch für Internetapotheken. Wer Viagra bzw. Sildenafil vom Arzt verschrieben bekommt und ein ärztliches Rezept besitzt, sollte sich an eine seriöse Apotheke wenden. Der Verkauf von Sildenafil ohne Rezept ist illegal.

Sildenafil-Einnahme
Viagra bzw. der Wirkstoff Sildenafil sollte nicht ohne ärztliche Konsultation eingesetzt werden. Die Einnahme von Medikamenten kann generell mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein, wenn beispielsweise Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln auftreten oder Nebenwirkungen noch nicht bekannt sind. Eine rezeptfreie Einnahme von Viagra bzw. Sildenafil-Wirkstoff-Präparaten sollte unterlassen werden. Wer Viagra oder ein Generika im Internet ohne Rezept erwirbt, riskiert abgelaufene Mittel zu erhalten oder bekommt eine Tablette mit anderen Wirkstoffen. Der Käufer des Präparates begibt sich in gesundheitliche Gefahr, wenn ein rezeptfreies Sildenafil-Präparat eingenommen wird. Minderwertige Inhaltsstoffe können zudem unerwünschte Wirkungen sowie allergische Reaktionen zur Folge haben.

Sildenafil selbst hat zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder Hitzegefühl geführt. Als gelegentliche sowie seltene Nebenwirkungen werden beispielsweise Herzprobleme oder sogar der plötzliche Herztod angegeben. Daher ist vor der Einnahme des Präparates ein Arzt zurate zu ziehen. Eine erektile Dysfunktion kann zudem ein Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein und sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Sildenafil – Wirkungsweise
Der Wirkstoff führt nicht zu einer automatisierten Erektion, wie es gerne im Volksmund beschrieben wird. Sildenafil verbessert die Erektionsfähigkeit und steigert nicht die Lust. Um die Verbesserung der Erektionsfähigkeit zu erzielen, sollte der Wirkstoff ca. eine halbe Stunde oder eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Die Top 5 aufstrebenden Innovationen in der Pharmaindustrie

Die Top 5 kommenden Innovationen für den Pharmamarkt

Da Biologie und Technologie immer enger miteinander verflochten sind, ergeben sich daraus neue Möglichkeiten zur Verbesserung in der Gesundheitsversorgung mit Hilfe der Nutzung innovativer digitaler Technologien.

Hier bekommen Sie einen kleinen Einblick in fünf der großen Fortschritte, die Innovationen in pharmazeutischen Unternehmen aus dem Bereich der digitalen Gesundheitstechniken: die Präzisionsmedizin, mHealth Sensoren, 3D Druck, Nanotechnologie und künstliche Intelligenz.

1. Die Präzisionsmedizin – Der Ansatz klinische und molekulare Informationen zu nutzen um Krankheiten zu verstehen.

Diese Information können durch Umwandeln von DNA in Daten erhalten werden. Diesen Prozess nennt man Genomsequenzierung. Forscher verwenden die gewonnen Daten, um spezifische Genabnormalitäten oder Biomarker zu identifizieren, um zu verstehen, für welche Patienten ein Medikament am wirksamsten ist und bei welchen Personen wahrscheinlich schwere Nebenwirkungen zu erwarten sind. Dies kann bei der Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien hilfreich sein und zur Umwidmung bestehender Medikamente führen.

Gezielte Therapien werden dadurch auf die genetische Zusammensetzung er einzelnen Patienten zugeschnitten, dafür sind genomische Tests erforderlich, damit die wirksamste Therapie vor einer Verabreichung zu ermitteln. Dieses Verständnis der Beziehung zwischen einem Medikament und den Genen eines Individuums erlaubt es Ärzten, das richtige Medikament für den einzelnen Patienten in der richtigen Dosis gleich beim ersten Mal zu verabreichen – was zu besseren Ergebnissen und zu reduzierten Nebenwirkungen führt.

2. mHealth Sensoren – Breit gefächerte Datensammlung mit mHealth Apps

Pharmaforschungsinstitute nutzen die mHealth-Technologie für ihre klinische Forschung. Smartphones sind mit leistungsstarken Prozessoren und fortschrittlichen Sensoren versehen, welche Bewegungen verfolgen, messen, die Informationen aufzeichnen. In Post-Market-Studien ermöglicht es den Menschen, leichter an den Studien teilzunehmen. Je mehr Menschen ihre Daten beisteuern, desto größer und wahrscheinlicher ist die Repräsentation der Bevölkerung und umso leistungsfähiger sind die Ergebnisse. Eine mHealth-App kann, eine noch nie erfasste Anzahl von Einzelpersonen in ausgedehnten geografischen Gebieten sammeln. Apple hat derzeit mehrere mHealth-Apps für klinische Forschung auf dem iPhone entwickelt, darunter sind Apps für Parkinson-Krankheit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Brustkrebs.
mHealth-Sensoren sind nicht nur auf Smartphones beschränkt. Auch tragbare Geräte wie Smartwatches (z. B. Apple Watch, Samsung Gear) und Fitnessbänder (z. B. FitBit, Jawbone, Garmin) enthalten Beschleunigungsmesser und GPS (Global Positioning) sowie Sensoren, die biometrische Messwerte erfassen können.

3. 3d Drucken

Vor kurzem wurde das Epilepsie-Medikament Spritam auf den Markt gebracht: Das erste 3D-gedruckte Medikament, das von der FDA zugelassen wurde. Der Hersteller des Arzneimittels, Aprecia Pharmaceuticals, sagt, dass es die orale Medikation durch einen dreidimensionalen Druckprozess macht, der die Pille durch Verteilen von Schichten des Arzneimittels übereinander aufbaut, bis die richtige Dosis erreicht ist.
Forscher an der Fakultät für Pharmazie des University College London haben eine Technik entwickelt, um Pillen in verschiedenen Formen, von Pyramiden bis hin zu Donuts, in 3D-Druck zu drucken, wobei eine Technik verwendet wird, die als „Hot-Melt-Extrusion“ bekannt ist. Die verschiedenen Formen (die mit Standard-Produktionstechniken schwer herzustellen wären) setzen Arzneimittel mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten frei – ihre Forschung stellt fest, dass die Geschwindigkeit der Arzneimittelfreisetzung nicht von der Oberfläche, sondern vom Verhältnis von Oberfläche zu Volumen abhängt.

4. Nanotechnologie

Nanotechnologie bezieht sich auf mikroskopische Technologie, die im Maßstab zwischen 1 und 100 Nanometer liegt (ein Zeitungsblatt ist etwa 100.000 Nanometer dick). Nanopartikel können aufgrund ihrer mikroskopischen Größe leicht im Blutkreislauf um den menschlichen Körper wandern. Nanopartikel bestehen normalerweise aus Nanomaschinen auf biologischer Basis oder aus einfachen Material-Nanostrukturen, von denen bereits gezeigt wurde, dass sie die Abgabe von Antikrebsmitteln unterstützen und die Toxizität verringern.
Medizinische Forscher untersuchen auch das Potenzial, mikroskopische Roboter namens Nanobots zu verwenden, die vorprogrammiert werden können, um Aufgaben im menschlichen Körper auszuführen. Nonobots, die in Form einer Pille oder Injektion verzehrt werden, könnten sogar Krebszellen aufsuchen und zerstören oder intern chirurgische Eingriffe vornehmen.

5. Künstliche Intelligenz

Computer mit Lernfähigkeiten wie IBM Watson sind in der Lage, Millionen von Seiten wissenschaftlicher Literatur und Daten zu verdauen und zu interpretieren, um Pharmaunternehmen bei der Entwicklung neuer Arzneimittel und der Umnutzung bestehender Arzneimittel zu unterstützen. Watson hat die Fähigkeit bewiesen, bisher unbekannte Verbindungen zwischen Krankheiten zu entdecken, und wenn es fortfährt zu lernen, kann es seine Empfehlungen basierend auf neuen Informationen modifizieren.
Forscher und Wissenschaftler in großen Pharmaunternehmen haben bereits begonnen, Watson bei der Forschung und Entwicklung zu unterstützen.
Fazit:
Die fünf innovativen Fortschritte auf dem Gebiet der Medizin erlauben es den Wissenschaftlern, auf den einzelnen gut angepasste Therapien zu entwickeln die für den einzelnen Patienten möglicht geringe Nebenwirkungen und möglichst optimale Wirkung zu erzielen. Darüber können auch Erbkrankheiten besser erkannt und behandelt werden.